Sonnab[end], den 22.5.54

Bin nun genau 1 Monat in Frankreich u[nd] fange jetzt an, ein wenig vom Wesentlichen der Menschen u[nd] der Landschaft zu erfassen. Auch in der Sprache fange ich an, langsam freier zu werden. Am Nachmittag überkommt mich die Sehnsucht nach Frau u[nd] Kind. Mir ist traurig u[nd] schwer zu Mute, sodaß das Aquarell am Abend total daneben geht.

Das Aquarell datiert vom 22.5.54
Das Aquarell datiert vom 22.5.54

Mich bedrückt auch, daß ich solange nicht geschrieben habe, während Ruth so oft schreibt. Aber meine körperl[liche] Verfassung ist nicht zum besten, doch darf ich davon nicht schreiben. Ich muß durchhalten u[nd] arbeiten. Wer weiß wie es nächstes Jahr mit mir aussieht. Ich fühle irgendetwas Schweres auch mich zukommen.


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