Freitag 30.4.54

Die ganze Nacht hat es geregnet. Zum Einschlafen sang mir eine Nachtigall gleich neben dem Zelt. Heute morgen strömt ein Landregen hernieder. Es ist so kühl, daß ich mich wieder nördlich warm anziehe und mit Behagen heißen Tee schlürfe. Wahrscheinlich wieder ein verlorener Tag.

Preise:

  • Kartoffeln alt. 5 kg frcs 150,- 80 frcs = 1 Mark
  • Margarine 250 gr. frcs 65,-
  • Butter 125 gr. frcs 75,-
  • Fadennudeln 500 gr. frcs 60,-

Habe am späten Vormittag den Hof gemalt, es wurde besser.

Das Bild zeigt die Domaine, es ist aber unsicher, ob es sich um das im Text genannte Aquarell handelt.
Das Bild zeigt die Domaine, es ist aber unsicher, ob es sich um das im Text genannte Aquarell handelt.
Eine weitere kleine Farbskizze des Tors, allerdings ebenfalls undatiert.
Eine weitere kleine Farbskizze des Tors, allerdings ebenfalls undatiert.
Und hier noch eine Skizze, etwa vom selben Standpunkt aus.
Und hier noch eine Skizze, etwa vom selben Standpunkt aus.

Am Nachmittag als Auftrag einen Blick auf Valbrillant mit Türen für einen hier wohnenden Arbeiter u[nd] seine Frau aus Bordeaux. Er war während des Krieges als (Zwangs)Arbeiter in Wien u[nd] Odessa. Sie Schneiderin. Er verdient am Tag 1000 frcs. in einer Zündholzfabrik in Aix. Haben zwei Kinder. Typ[isch] fr[an]z[ösisches] temperam[ent]. Sehr entgegenkommend u[nd] liebenswürdig, sie bemüht, mein fr[an]z[ösisch] zu verbessern. Abend wieder sehr schön vorm Zelt. Vogelgesang.


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