In einer der Mappen findet sich eine kleine Gruppe von fünf Tusche-Zeichnungen, die offenkundig zusammengehören:





Die Blätter sind undatiert. Ich nehme aber an, sie stammen aus der Mitte der 1950er Jahre: Jedenfalls hat mein Großvater auf seiner Frankreichreise 1954 mehrmals diese Technik verwendet (zum Beispiel hier).
Die Rückseiten der Blätter führen uns noch ein klein wenig weiter zurück in seiner Biographie. Die Rückseite der ersten Zeichnung etwa sieht folgendermaßen aus:

Der sozialistische Text will offenkundig nicht recht zu der Zeichnung passen, die mit sozialistischem Realismus hinreichend wenig zu tun hat. Das Zeltlager „Maxim Gorki“ aber läßt sich erklären: In seinem Lebenslauf von 1952 gibt mein Großvater an, er sei nach dem Krieg unter anderem auch als „Maler bei den Abt. für innerbetriebl. Werbung der Maxhütte Unterwallenborn und BMW Eisenach tätig“ gewesen.
Das „VEB Automobilwerk Eisenach“ (wie BMW Eisenach seit 1952 hieß) war der Trägerbetrieb des zentralen Pionierlagers „Maxim Gorki“ in Wilhelmstal im Bezirk Erfurt. Mein Großvater hatte hierüber offenbar im Rahmen der „innerbetriebl. Werbung“ einen Bericht gestaltet. Auf den Rückseiten der anderen Blätter finden sich weitere entsprechende Zitate, säuberlich geschrieben:

Die entsprechenden Bilder fehlen allerdings. Statt dessen hat mein Großvater die Blätter später für seine Zeichnungen und Skizzen wiederverwendet.
